Grüne: Scheuermann zieht falsche Vergleiche

„In dem misslungenen Umgang der Hanauer CDU mit der bosnisch-islamischen Kulturgemeinschaft findet der Spitzenkandidat Jürgen Scheuermann leider keinen zufriedenstellenden Abschluss“, erklärt das Mitglied der Hanauer Grünen Fraktion Stefan Weiß. „Anstatt sich förmlich zu entschuldigen, zieht er Vergleiche heran, die ihn selbst widerlegen.“ Scheuermann hatte gegenüber der Hanau Post behauptet, der Vorgang sei so zu bewerten, wie wenn eine „christliche Gemeinde den Bau eines Gemeindezentrums beantragt hätte und plötzlich vom Bau einer neuen Kirche spricht“. Herr Scheuermann müsste wissen, dass Vergleichbares in den vergangenen Jahrzehnten häufig der Fall gewesen ist. In den sechziger bis achtziger Jahren haben viele Kirchengemeinden integrierte Gemeindezentren gebaut, in denen der gottesdienstliche Raum auch für andere Zwecke genutzt wird. Niemand hatte hier Zweifel geäußert, dass diese Räume in vollwertigen Sinne religiöse und gottesdienstliche Räume seien. Genau so war es im Dezember 2014 für alle Fraktionen der Stadtverordenetenversammlung offensichtlich, dass es sich bei dem Vorhaben der bosnisch-islamischen Kulturgemeinschaft um ein Vorhaben einer Gemeinschaft gehandelt hat, die kulturelle und religiöse Zwecke verfolgt. Wenn dort gemäß des muslimischen Glaubens gebetet wird, war jedem Stadtverordneten klar, dass man das auch eine Moschee nennen kann. Eine Differenzierung zwischen „Gebetsraum“ und „Moschee“ sei abwegig. Von daher habe auch der Fraktionsvorsitzende der CDU Dieter Hog klug gehandelt, dieses Vorhaben ohne Vorbehalte zu unterstützen. „Manchmal ist es das Beste, einen Fehler auch mal schlicht einzugestehen“, so der Grüne abschließend.

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