Hanauer Grüne loben den weitestgehenden Verzicht auf Glyphosat durch die Stadtverwaltung auf ihren Grünflächen

(18.02.2018) Dennoch fordern die Mitglieder des Ortsverbandes weitere Maßnahmen zur Eindämmung des biodiversitätsschädlichen/-vernichtenden Herbizidwirkstoffs Glyphosat auf Flächen der Stadt Hanau.
Mehr als 1 Million Menschen haben 2016/17 die Europäische Bürgerinitiative gegen Glyphosat unterschrieben, darunter überproportional viele Deutsche. Trotzdem hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt Ende November 2017 im Alleingang die Zustimmung zu einer 5-jährigen Genehmigungserneuerung erteilt und damit eine EU-Mehrheit hergestellt. Kaum jemand rechnet derzeit mit einer weiteren Genehmigungserneuerung. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, den Ausstieg einzuleiten.
Die Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ eingestuft. Diese Einstufung bestätigt frühere
Hinweise auf eine gesundheitsschädigende Wirkung.
Die zuständigen Behörden relativieren diese Hinweise allerdings bisher zu einem „wahrscheinlich nicht krebserregend“. Zudem sind glyphosathaltige Herbizide laut Umweltbundesamt entscheidend mitverantwortlich für den dramatischen Verlust an biologischer Vielfalt in der Agrarlandschaft. Rückstände sind bei Menschen und Tieren sowie in Böden, Gewässern und zahlreichen Lebensmitteln nachweisbar.
So ist es sehr zu begrüßen, dass der städtische Eigenbetrieb Grünflächen bereits reagiert hat und ab 1. Juli 2018 auf den Einsatz von Glyphosat verzichten wird. Das bedeutet allerdings auch, dass wir als Bürgerinnen und Bürger auch weniger „blitzblanke unkrautfreie Wege“ tolerieren müssen, weil die alternative mechanische Reinigung nicht ganz so gründlich ist.
Insgesamt wünschen sich die Hanauer Grünen – so Vorstandsmitglied Karin Dhonau – dass sich Hanau zur pestizidfreien Kommune entwickelt und hierfür ämterübergreifend ein Konzept entwickelt. Dazu gehört u.a., dass entsprechende Auflagen in Pachtverträge Einzug halten. Entsprechende Konzepte dazu werden bereits in 90 Kommunen Deutschlands gemäß den Empfehlungen des BUND umgesetzt.
Karin Dhonau, Vorstand