GRÜNE kritisieren vorzeitige Festlegung Kaminskys auf Parkplätze an der Wallonisch-Niederländischen Kirche

Die Stadtverordnetenfraktion, die Mitglieder des Ortbeirats Innenstadt und der Vorstand der Hanauer Grünen kritisieren die in der vergangene Woche mitgeteilte Festlegung des hauptamtlichen Magistrates auf einen so genannten Kompromiss mit 57 Parkplätzen am Platz an der Wallonisch-Niederländischen Kirche. „Wir verstehen nicht, warum der Oberbürgermeister nicht das Bürgerwochenende am 6./7. Oktober abwartet. Es zeigt sich doch gerade, dass es kontroverse Meinungen in der Stadt zu dieser Frage gibt, die dort wahrgenommen werden sollten,“ gibt der Fraktionsvorsitzende Stefan Weiß zu bedenken. Die Ankündigung des Oberbürgermeisters, es werde ‚auf dem Platz künftig keine parkenden Autos mehr geben‘, sei irreführend. „Anders als der Magistrat behauptet, werden die Kanten eines Platzes in der Regel durch die umgebende Bebauung gebildet. So gesehen befinden sich die Parkplätze, auch wenn sie im Straßenraum vorgesehen sind, auf dem Platz,“ erklärt Ortsbeiratmitglied Christian Theobald.

Die Grünen kritisieren, dass Kaminsky hiermit eines der Planungsziele des wettbewerblichen Dialogs aufgibt: den autofreien Platz in der südlichen Innenstadt, eine Oase der Ruhe, die Kultur und Grün ungestört von nervenden Parkplatzsuchverkehr erleben lässt.

Die Grünen sind sich klar darüber, dass der Wegfall der Parkplätze mit dem Baubeginn in jedem Fall ein herber Einschnitt für die bisherigen Nutzer sein wird. Kein Autofahrer, der hier gerne geparkt hat, werde darüber glücklich sein. Aber während der Bauzeit wird notgedrungen eine Neuorientierung stattfinden müssen. Nach und nach werden die automobilen Besucher der Innenstadt die Parkhäuser am Forum, in der Nürnberger Str. oder am Kinopolis entdecken und damit gut zurechtkommen. „Nach der Fertigstellung des Platzes den Autoverkehr wieder in dieses innerstädtische Quartier zurückzuholen, halten wir – übrigens mit vielen Fachleuten – für einen schweren Fehler,“ kritisiert Weiß. Wie halbherzig das Vorgehen der Stadtspitze ist, zeige zudem der irritierende Verweis auf eine mögliche ‚künftige Entscheidergeneration‘, die für den Fall zurückgehender Autozahlen Stellplätze entwidmen und einen wirklich autofreien Platz um die Wallonisch-Niederländische Kirche schaffen könnte. „Man muss doch heute den Mut haben, für morgen Politik zu machen! In dieser Frage trifft dies anscheinend nur für die Grünen zu“ , bedauert Karin Dhonau vom Vorstand des Grünen Ortverbandes.

Die Grünen begrüßen es hingegen, dass die Stadt bereits kurzfristig erproben will, wie sich der Verkehr in der Französischen Allee beruhigen lässt. Es würde bereits jetzt helfen, wenn es keine Durchfahrtmöglichkeit mehr zwischen Kirche und Sparkasse gäbe. Auch das Aufheben der Einbahnstraßen und die Beschränkung auf Tempo-20 wird von den Grünen gut geheißen. Sie rufen alle Bürger zur Beteiligung am Bürgerwochenende am 6./7. Oktober auf.

Hanau, 13.9.2017

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