Mit mehreren gezielten Haushaltsanträgen setzt die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung Hanau wichtige Impulse für eine nachhaltige, zukunftsfähige und soziale Entwicklung der Stadt. Im Zentrum stehen Mittel für Klimaanpassung sowie personelle Ressourcen für zentrale Zukunftsaufgaben. „Auf Anträge mit hohem Finanzvolumen haben die Grünen angesichts des ersten Haushaltes als kreisfreie Stadt und im Hinblick auf die finanzielle Situation der Stadt Hanau verzichtet“, stellt der Fraktionsvorsitzende Stefan Weiß klar.
Mehr Mittel für Klimaanpassung
Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse wie Hitzeperioden und Starkregen ist eine vorausschauende Anpassung an die Folgen der Klimakrise für Hanau unverzichtbar. Die Grünen vermissen eine ausreichende finanzielle Ausstattung des Bereichs Klimaanpassung für kleinere Maßnahmen. Insbesondere für die bisher zugesagte Installation von Trinkbrunnen in den Stadtteilen fehlen offensichtlich Mittel. „Der Haushaltsantrag sieht daher zusätzliche Mittel vor, um bestehende Maßnahmen auszubauen, Trinkbrunnen zu errichten und neue Projekte anzustoßen“, erläutert Angelika Gunkel, stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Dazu zählten unter anderem auch Bänke, Sonnenschutz und Schattenspender.
Miniwälder als wirksame Klimaanpassung
Zusätzlich zu den Maßnahmen zur Klimaanpassung sollten für die Förderung sogenannter Miniwälder beziehungsweise Tiny Forests Mittel bereitgestellt werden. Diese nach der Miyawaki-Methode angelegten, artenreichen Waldflächen auf kleiner Fläche leisten einen messbaren Beitrag zur Klimaanpassung: „Sie verbessern das Stadtklima, binden CO?, fördern die Biodiversität und wirken der zunehmenden Hitzeentwicklung in dicht bebauten Quartieren entgegen. Gleichzeitig bieten sie Orte der Umweltbildung und stärken das Bewusstsein für Natur- und Klimaschutz – insbesondere für Kinder und Jugendliche“, findet Stefan Weiß. Die Grünen weisen zudem auf Fördermöglichkeiten hin, die durch die Stadt Hanau beantragt werden können. Mit den beantragten Haushaltsmitteln sollen geeignete Flächen identifiziert, bepflanzt und dauerhaft gepflegt werden. Wichtig sei es, Miniwälder vor allem dort zu realisieren, wo sie eine hohe Wirkung für das lokale Mikroklima entfalten und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum verbessern.
Personal in den Bereichen Stadtteilentwicklung, Nahmobilität und Kampf gegen Leerstand stärken
Neben investiven Maßnahmen setzen die Anträge bewusst auch auf eine Stärkung der Verwaltung durch zusätzliches Fachpersonal. Für die Stadtteilentwicklung sollten weitere personelle Kapazitäten geschaffen werden, um die auf die Stadtteile bezogenen Projekte, die bereits angestoßen wurden, fortzuführen und die Beteiligungsprozesse zu begleiten. „Die Grünen halten die Stärkung der Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihren Stadtteilen für eine wichtige Zukunftsaufgabe. Lebendige Stadtteile sind dort, wo Menschen mitgenommen werden und ihre Ideen einbringen können. Eine gut ausgestattete Stadtteilentwicklung ist dafür eine zentrale Voraussetzung.“, stell Sascha Feldes, Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl im März, fest.
Umfassende Untersuchungen für ein Fuß- und Radwegekonzept wurden inzwischen durchgeführt. Für die Begleitung und Umsetzung von Maßnahmen sehen die Grünen die Einrichtung einer Stelle als Beauftragte oder Beauftragten für Nahmobilität als unverzichtbar. Diese Funktion sei entscheidend, um die Nahmobilität in Hanau systematisch zu fördern, für die Bevölkerung ansprechbar zu sein und eine nachhaltige Mobilitätswende voranzubringen.
Ergänzend wird die Schaffung einer Stelle für ein professionelles Leerstandsmanagement beantragt. Aufgabe sei es, leerstehende Immobilien oder Wohnungen frühzeitig zu erfassen, Eigentümerinnen und Eigentümer zu beraten und neue Vermietungen zu ermöglichen. So könnten Quartiere belebt, die Wohnungsnot gemildert und unnötiger Flächenverbrauch vermieden werden.
Investitionen in die Zukunft Hanaus
„Diese Haushaltsanträge sind Ergänzungen des Haushaltsentwurfs zu Investitionen in die Zukunft und die Fachkompetenz unserer Stadt“, unterstreicht Stefan Weiß, „sie verbinden Klimaanpassung, soziale Stadtentwicklung und lebenswerte Mobilität. Hanau braucht weitere Schritte, um den Herausforderungen der Klimakrise zu begegnen und gleichzeitig die Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger zu verbessern.“