Das Drama um die Platanen am Freiheitsplatz wird zur Tragödie. 1. Akt: Fällung der Platane Nummer 11.

 

Wenn der Gutacher Zorn behaupte, die Bruchsicherheit der Platane sei nicht mehr gewährleistet gewesen, so könne die Stadt die vom Gutachter erstellte Fotodokumentation nicht als Beweis anführen. Diese Dokumentation verdiene diesen Namen nicht. Von einer Dokumentation müsse mindestens erwartet werden, dass die dargestellten Baumscheiben entsprechenden Baumteilen zugeordnet würden und die Höhe des Schnitts erklärt würde. Noch viel unklarer sei der Schnitt im Stamm. Der Gutachter habe nicht dokumentiert, an welcher Stelle der Schnitt erfolgt sei, noch warum z.B. kein Schnitt am Stammkopf und am Stammfuß dokumentiert wurde.

 

Allein die Weißfäule im Stamm als Grund für das Fällen des Baumes anzuführen, sei äußerst dürftig, da entscheidend für die Bruchsicherheit des Stammes die Breite des gesunden Randholzes sei. Da diese – von grüner Seite  nachgemessen –  bis zu 35 cm betrage, hätte der Baum noch eine über Jahre, vielleicht jahrzehntelange Lebenserwartung gehabt. Durch das alljährlich stattfindende Dickenwachstum könne der Baum die Defizite im Inneren ausgleichen. Es gelte hierbei das Prinzip des Schiffskamins. Je dicker der Durchmesser, desto dünner könnten die für die Tragfähigkeit erforderlichen Wandungen sein.

 

Auch die Lochbildung im Inneren des Stamms, die – von grüner Seite nachgemessen- ca 9-10cm betrage, dürfe nicht als Totschlagargument herhalten. Man bedenke nur, wie viele hohle Linden mit riesigen Lochbildungen im Stamm auf zentralen Dorfplätzen stehen, unter denen sich die älteren und jüngeren Bewohner zum Stelldichein noch heute träfen. Kein Bürgermeister würde es wagen, diese Baumriesen  einfach abzuholzen. Die Standsicherheit dieser Bäume sei ebenso gesichert wie die der Platane Nummer 11 am Freiheitsplatz.

Leider habe der Baum seine Standsicherheit  im Hinblick auf die Schneelast angesichts der zahlreichen Schneefälle der letzten Tage nicht mehr unter Beweis stellen können.

 

Die vom Gutachter der Grünen beschriebenen Maßnahmen hätten zur Wiederherstellung der Bruchsicherheit und damit der Verkehrssicherheit ausgereicht.

Wie der Oberbürgermeister sehr richtig erwähne, müsse man das Wohlergehen der Menschen in dieser Stadt im Auge behalten. Dieses Wohlergehen hänge jedoch nach Auffassung der Grünen auch davon ab, ob und wie viel erhaltenswerter Baumbestand an einem so zentralen Platz wie dem Freiheitsplatz  noch stehen bleibe.

Ein „zorn“-iger Gutachter könne  dafür nicht der richtige Gewährsmann sein.

Es sei jetzt zu befürchten, dass die Stadt mit dem Fällen der Platane Nummer 11 den ersten Akt der Tragödie „Komplett-Abholzung-Freiheitsplatz“ eingeleitet habe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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