Brutalstmögliche Verhinderung von Stadt- und Schulentwicklung

Die Hanauer Grünen verurteilen aufs Schärfste die Entscheidung des Hessischen  Kultusministeriums, die Hanauer Tümpelgartenschule nicht zum Schuljahr 2010 /2011 in eine integrierte Gesamtschule (IGS) umwandeln zu wollen.

Die Landesregierung missachte mit dieser Entscheidung den Elternwillen, vertreten durch Schul- und Stadtelternbeirat, die intensive planerische Arbeit der Schulleitung und der Lehrer in der Tümpelgartenschule sowie die demokratischen Gremien der Stadt Hanau.

Die Behauptung des Staatssekretärs Heinz Wilhelm Brockmann, dass ? das Schulangebot in Hanau in allen Bildungsgängen jedem Kind einen Platz? böte, zeige die Ahnungslosigkeit des Ministeriums über die tatsächliche Situation in Hanau.

Gerade weil es in Hanau zu wenige Plätze an Integrierten Gesamtschulen gibt, hat der Schulträger die Schulgemeinde der Tümpelgartenschule in ihren Schulentwicklungsvorstellungen unterstützt. Über 500 Jugendliche aus Hanau besuchen bereits jetzt integrierte Gesamtschulen des Main-Kinzig-Kreises.

Dass die Kultusministerin Henzler beharrlich schweigt und Staatssekretäre die Verschiebung in der Presse begründen lässt, deutet nach Meinung der Grünen darauf hin, dass sie nicht mehr das Sagen in Sachen Bildungspolitik hat. Die Grünen vermuten, dass Ministerpräsident Koch und der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Irmen aus ideologischen Gründen die Entscheidung der Kultusministerin diktiert haben.

Die Hanauer Grünen machen auf einen weiteren Aspekt aufmerksam. Sie sehen in der Ablehnung einen massiven Eingriff in die Stadtentwicklung. Immer mehr junge Familien wählen ihren Wohnort gerade auch nach den Möglichkeiten der Kinderbetreuung und des Schulangebotes aus. Eine zweite IGS in Hanau – diese im aufstrebenden Stadtteil Lamboy –  wäre für viele Familien eine attraktive Entscheidungshilfe gewesen. Viele Familien möchten ihre Kinder eben nicht dem frühen Auslesedruck in der Grundschule und nicht dem Leistungsdruck in den G 8 Gymnasien aussetzen. Sie sprechen sich schon seit langem für das längere gemeinsame Lernen aus, meiden vor allem die Hauptschulen und suchen nach Alternativen im Bildungsangebot für ihre Kinder.

Interessant ist, meinen die Grünen, dass das Kultusministerium einer Grund-, Haupt- und Realschule in Erbach/ Odw. die Genehmigung auf Umwandlung in eine IGS ab kommenden Schuljahr mit der Begründung erteilt hat, die IGS entlaste das Gymnasium in Michelstadt! Fazit: wenn das Gymnasium begünstigt wird, erteilt man die Genehmigung.

Die Hanauer Grünen werden auch weiterhin die Tümpelgartenschule in ihrer Schulentwicklung unterstützen. Die zweite IGS in Hanau muss kommen! Leider geht ein weiteres Jahr für viele Hanauer Jugendliche verloren, die über eine Schullaufbahn in der IGS Tümpelgarten zu höheren Abschlüssen hätten kommen können. Dies verhindert die CDU/ FDP-Landesregierung aus ideologischen Gründen.

 

Für die Fraktion                                 Für den Ortsverband

Wulf Hilbig                                         Elmar Diez

 

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