Frauenpolitik ist Querschnittsaufgabe!

Frauen leben in Hanau als Junge und Alte, Berufstätige und Arbeitslose, Schülerinnen und Auszubildende, als Verkehrsteilnehmerinnen, als Einheimische und Migrantinnen, als (alleinerziehende) Mütter, als Ehefrauen, Großmütter, als Pflegende und als Pflegebedürftige und in vielen anderen Rollen. Deshalb sind wir der Meinung, dass die Bedürfnisse von Frauen in allen politischen Bereichen dieser Stadt berücksichtigt werden müssen. Seit der Gründung von Bündnis90/Die Grünen ist geschlechtergerechte Politik eines unserer Kernthemen. Frauen konnten in den letzten 30 Jahren in viele wirtschaftliche und gesellschaftliche Positionen aufrücken, die ihnen vorher verschlossen waren, nicht zuletzt dank grüner Politik. In Hanau zum Beispiel konnten in der Stadtverwaltung dank der aufgestellten Frauenförderpläne viele Führungsfunktionen von Frauen übernommen werden. Im Bündnis „Hanau – die zeitgerechte Stadt“ setzen wir uns gemeinsam mit unseren Partnern für eine familienfreundliche Gestaltung aller Lebensbereiche in der Stadt ein.

 

1. Geschlechtergerechte Verwendung der Haushaltsmittel

Städtische Mittel, durch die Unternehmen, Vereine, Veranstaltungen und Aktionen unterstützt werden, sollen die Interessen von Frauen und Männern in gleichem Maße berücksichtigen. 

 

2. Frauen im Wirtschaftsleben

Frauen müssen für gleichwertige Arbeit gleichen Lohn erhalten. Der Frauenanteil an Führungspositionen in Wirtschaft und Verwaltung soll wachsen. Zur Geschlechtergerechtigkeit gehören auch familienfreundliche Unternehmen, die ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die Möglichkeit einräumen, Familie und Beruf zu vereinbaren. Daher wollen wir Grüne im Rahmen der Wirtschaftsförderung besonders Unternehmen unterstützen, die in diesen Bereichen Vorbilder sind. Dies soll bei städtischen Ausschreibungen berücksichtigt werden. Die innovativen Modelle in der Hanauer Stadtverwaltung können als Beispiel dienen und sollen weiter entwickelt werden. 

 

3. Frauen in sozial prekären Lagen.

Noch immer ist das Armutsrisiko von Frauen höher als das von Männern. In besonderer Weise hiervon betroffen sind alleinerziehende Frauen, ältere Frauen mit geringer Rente und Frauen mit Migrationshintergrund. Bündnis90/Die Grünen will diesen Frauen Perspektiven eröffnen, selbstbestimmt ihre Interessen zu vertreten und am Leben der Stadtgemeinschaft auf vielfältige Weise teilzuhaben. Dazu gibt es bereits viele Projekte, die beibehalten bzw. noch ausgebaut werden sollten. Diese sind das Sprachangebot „Mama lernt deutsch“, das Projekt „Sport für Migrantinnen“, das Präventionsprogramm „Frühe Hilfen“, die Elterncafés in den Stadtteilläden und vieles mehr. Mütter von Kleinkindern mit Migrationshintergrund werden durch entsprechend pädagogische Konzepte bereits in der Kindertagesstätte besser einbezogen und unterstützt als das noch vor Jahren der Fall war. 

 

4. Frauen und Bildung

Im internationalen Vergleich setzt das deutsche Bildungssystem überdurchschnittlich auf die kostenlose Ressource der nicht oder teilzeitberufstätigen Mutter, die als Hilfslehrerin und Nachmittagsbetreuung fest eingeplant ist. Bündnis90/Die Grünen will im Interesse aller Kinder bessere Ganztagsangebote, durch die unterschiedliche Talente unabhängiger von den finanziellen Mitteln des Elternhauses gefördert werden können. Auf diese Weise kann gleichermaßen mehr Chancengleichheit für Kinder und Mütter erreicht werden. Bildungsangebote sollen daraufhin überprüft werden, ob sie geschlechterreflektiert arbeiten und die Interessen beider Geschlechter gleichmäßig berücksichtigen. 

 

Last but not least…

 

5. Emanzipierte Frauen brauchen emanzipierte Männer!

Während sich die Lebensentwürfe von Frauen sich in den letzten 30 Jahren positiven Sinne erweitert haben, werden viele Männer nach wie vor durch einengende Männlichkeitsvorstellungen und  Strukturen im Berufsleben daran gehindert, ihre individuellen Potentiale auszuschöpfen. Es gibt eine Benachteiligung von Männern, die sich weniger finanziell als vielmehr sozial, gesellschaftlich und gesundheitlich zeigt. Männer verbringen oft weniger Zeit mit ihren Kindern, können ihren familiären Verpflichtungen oft nur unzureichend nachkommen, leben ungesünder und sterben früher als Frauen. Sie leiden häufiger unter Vereinsamung. Überkommene Männlichkeitskonzepte verursachen schulisches Versagen bei einer wachsenden Zahl von Jungen und gesundheitliche Probleme bei Männern. Männer brauchen Unterstützung dabei, Familien- und Berufleben gleichwertig in ihre Lebensplanung zu integrieren.

 

Grüne Frauenpolitik versteht sich daher nicht als Politik nur für Frauen, sondern als geschlechtergerechte Politik für Menschen.